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CO2-Ausgleich in Onlineshops - Klimalösung oder Greenwashing?

Aktualisiert: März 25


Wer viel fliegt, hat womöglich beim Buchen schon mal mit dem Auswahlfeld “CO2-Emissionen ausgleichen” Bekanntschaft gemacht und vielleicht sogar sein Häkchen gesetzt. Seit einigen Jahren ist das Konzept des Klimabeitrags bereits in der Flugbranche etabliert. Das Konzept, Kund*innen die Möglichkeit anzubieten, die Emissionen ihrer Bestellung durch eine Gebühr auszugleichen, wird immer populärer. Dennoch steht der Ansatz in der Kritik, lediglich ein “Ablasshandel” oder “Greenwashing” zu sein. Gut für das Image der Unternehmen, jedoch keine echte Lösung für unser Klima? Wir zeigen dir, warum der CO2-Ausgleich eine extrem relevante Klimaschutz-Lösung ist und wie du diesen in deinem Onlineshop etablieren kannst. Aber erstmal zwei Schritte zurück:

Wie funktioniert der Klima-Ausgleich überhaupt?

Eigentlich ist das ganz einfach: Während des ganzen Lebenszyklus eines Produkts werden Emissionen verursacht, aus denen sich zusammen der Produkt-CO2-Fußabdruck ergibt. Auf dieser Grundlage lassen sich die Emissionen jeder Bestellung berechnen, sozusagen der Bestellungs-Fußabdruck. Wenn man diese Emissionen nun ausgleichen möchte, kann man in verschiedenste Projekte investieren und so dafür sorgen, dass die freigesetzten Emissionen an anderer Stelle wieder eingespart und somit neutralisiert werden. Das Prinzip beruht also auf dem Gedanken, dass es für das Klima nicht entscheidend ist, an welcher Stelle Treibhausgase ausgestoßen oder vermieden werden. Es kommt letztendlich nur auf die totale Menge an Emissionen an. Beliebte Projekte für den Klima-Ausgleich sind beispielsweise die Einführung sauberer Energietechnologien in Entwicklungsländern oder Aufforstungs- und Waldschutz-Projekte. Soweit so gut!

Warum ist eine CO2-Kompensation sinnvoll?

Grund Nr. 1: Klimaschutz & Kund*innen-Zufriedenheit Wird ein Klimaausgleich erfolgreich durchgeführt, wird die Menge der verursachten CO2-Emissionen wieder neutralisiert, sodass Kund*innen einen klimafreundlichen Lebensstil führen und mit einem besseren Gefühl einkaufen können. Der Klimabeitrag hilft also nicht nur dem Planeten, sondern erhöht gleichzeitig die Kund*innen-Zufriedenheit. Hier ist ein klarer Trend erkennbar.

Immer mehr Menschen entwickeln heute ein schärferes Bewusstsein für ihren Konsum und möchten sich in der Folge tatsächlich klimafreundlicher verhalten. Laut einer 2020 von Galaxus durchgeführten Studie, wünschen sich bereits 68 % der Online-Shopper ihren CO2-Fußabdruck direkt beim Kauf zu reduzieren. Es ist absehbar, dass die CO2-Kompensation zukünftig auch im E-Commerce zur gängigen Praxis wird.

Grund Nr. 2: Wir gewinnen Zeit durchs Baumpflanzen Oftmals erfolgt der Klimaausgleich durch Baumpflanz-Projekte, aber warum eigentlich? Ganz einfach: Bäume sind wahre Klima-Helden, denn sie ziehen für ihr Wachstum das klimaschädliche CO2 aus der Atmosphäre. Der entscheidende Vorteil ist, dass sie schnell und unkompliziert gepflanzt werden können.


Wenn Bäume allerdings absterben oder verbrannt werden, geben sie das gespeicherte CO2 wieder frei. Bäume zählen daher zu den mittelfristigen Lösungen im Kampf gegen den Klimawandel und sind insofern eine essentielle Brückenlösung. Die mittelfristige Bindung von CO2 lässt uns Zeit gewinnen, um langfristige Reduktionstechnologien und andere Formen des Wirtschaftens zu entwickeln.

Eine 2019 von der ETH Zürich veröffentlichte Studie beweist das enorme Potenzial, das in der Aufforstung unserer Wälder steckt. Die Studie zeigt auf, dass eine aufgeforstete Fläche der Größe der USA den CO2-Gehalt in der Atmosphäre um 25 % verringern kann. In Jahren ausgedrückt bedeutet dies eine Absorption der Emissionen aus fast 100 Jahren.

„Unsere Studie zeigt deutlich, dass die Aufforstung die beste Lösung für den Klimawandel ist, die uns derzeit zur Verfügung steht“ - Tom Crowther, Hauptautor der Studie und Forscher der ETH Zürich.

Auch der Klima-Bericht der Vereinten Nationen (IPCC Report, 2020) zeigt, dass alle Szenarien zur Erreichung einer Erderwärmung unter 2 Grad auf die gezielte CO2-Entfernung aus der Atmosphäre angewiesen sind. Kurz gesagt: Die notwendigen Klimaziele schaffen wir nicht durch Reduzieren alleine. Dafür sind die meisten Prozesse einfach zu langwierig. Es braucht daher schnell einsetzbare Brückenlösungen wie die Aufforstung.

Grund 3: Nachhaltige Perspektiven für von Armut betroffene Menschen Unterstützt der Klimaausgleich Projekte im globalen Süden bringen diese, sofern sie gut umgesetzt werden, der lokalen Bevölkerung eine Basis für ein nachhaltiges Einkommen. Das schafft einen zusätzlichen Ausgleich für die vom Klimawandel ungleich stärker betroffenen Entwicklungsländer. Durch das bedachte Einbinden der Bevölkerung entstehen Wälder in Konsens mit den Menschen vor Ort und verringern dadurch gleichzeitig extreme Armut.

Wichtig zu wissen: Bäume wachsen in tropischen Regionen deutlich schneller und speichern somit in kürzerer Zeit mehr CO2.

Am besten schneiden dabei Mangroven ab.

Es wird geschätzt, dass sie sogar drei- bis viermal mehr Kohlenstoff speichern als tropische Wälder. Der Klimaausgleich über Baumpflanz-Projekte bringt also zahlreiche Vorteile mit sich. Dabei sollten wir nicht vergessen, dass Wälder nicht nur für den Menschen unglaublich wertvoll sind, sondern auch ein wichtiges Ökosystem für Tiere, Insekten und Pilze bieten. So tragen sie zum Erhalt der Biodiversität bei.


Grund 4: Die Kompensation gibt CO2 einen Preis und schafft Aufmerksamkeit für das Thema Ein wichtiger Nebeneffekt der CO2-Kompensation darf nicht außer Acht gelassen werden: Sie schärft das Bewusstsein der Konsument*innen in Hinblick auf den eigenen Konsum und dessen Auswirkungen auf die Umwelt. CO2 bekommt einen klaren Preis, sodass Konsument*innen die wahren Kosten ihres Einkaufs bewusst werden. Wird die Kompensation zu einer gängigen Praxis, bekommt der Klimawandel die Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit. Und diese ist für für die Erreichung unserer Klimaziele dringend nötig. Trotzdem gibt es weiterhin Kritiker des Konzepts, welche Argumente treibt sie um?


Die Kritik am Klimaausgleich?


Auf der einen Seite ist die CO2-Kompensation ein wichtiges Element in unserem Werkzeugkoffer gegen den Klimawandel. Auf der anderen Seite wird häufig als Kritik angeführt, dass es niemanden dazu zwingt sein Verhalten wirklich zu ändern und damit langfristige und nachhaltige Klimaneutralität zu erreichen.


Was dabei übersehen wird: Verhaltens-, Prozess- und Wirtschaftsveränderungen brauchen Zeit. An vielen Stellen fehlt es uns heute noch an Alternativen oder diese sind nicht immer gleichwertig, häufig teurer und nicht für jeden verfügbar. Diese Zeit des Wandels gilt es zu überbrücken und zu gestalten. Kritiker argumentieren aus einer Idealwelt heraus, in der ein klimafreundliches Leben für alle schon heute möglich ist - unsere Realität sieht aber anders aus.


Eine klare Grenze lässt sich dennoch ziehen. Vom “Greenwashing” sprechen wir bei PR-Aktionen, denen keinerlei tatsächliche Verbesserungen - ob nun Kompensation oder Reduktion - zu Grunde liegen und lediglich durch falsche Versprechungen ein umweltfreundliches Image vortäuschen. Ein glasklarer Fall von Greenwashing wäre aber auch folgender: Ein Unternehmen nutzt den CO2-Ausgleich, um gleichzeitig ein klimaschädliches Geschäft (zum Beispiel Ölgewinnung) weiter auszubauen. Dagegen ist es kein Greenwashing, wenn ein Unternehmen den CO2-Ausgleich als Brückentechnologie nutzt, während es ihr Geschäft klimafreundlich transformiert (statt in Öl wird z. B. in erneuerbare Energien investiert).


Viele Unternehmer*innen haben also Angst, dass die Öffentlichkeit ihr Klima-Engagement negativ interpretiert. Sie fürchten, dass es sie angreifbar macht und bleiben apathisch. Diese Sorgen sind unbegründet, solange der Klimabeitrag nicht genutzt wird, um gleichzeitig eine klimaschädliche Technologie, für die es Alternativen gibt, auch langfristig weiter einzusetzen.

Wie du einen CO2-Ausgleich richtig und glaubwürdig in deinen Onlineshop integrierst, erfährst du jetzt.

Bye Bye Greenwashing - so gelingt dir die Klima-Transformation


1. Ärmel hoch und loslegen

Das allerwichtigste beim Klimaschutz: Anzufangen! Grundsätzlich gilt beim Umgang mit deinen Emissionen stets der Dreiklang aus Vermeidung, Reduktion und Kompensation. Vermeidung und Reduktion ist nicht immer einfach, eine CO2-Kompensation hingegen ist einfach umsetzbar und erzielt sofortige Wirkung.


2. Arbeite mit wirksamen Klimaschutzprojekten Richtig guter Klimaschutz muss gut gemacht sein, nicht nur gut gemeint. Die Auswahl deiner Klimaschutz-Projektpartner ist daher entscheidend. Achte darauf, dass die Wirkung - also eine sofortige CO2-Reduktion - an erster Stelle steht und die Projektarbeit auf wissenschaftlichen Kriterien beruht. Dabei sollte die CO2-Reduktion eindeutig messbar sein. Die Projekte müssen beweisen, dass sie wirklich einen zusätzlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Wir bei Yook achten darüber hinaus darauf, dass sich die Projekte ganzheitlich positiv auf die lokale Bevölkerung auswirken, z. B. durch das Schaffen von Arbeitsplätzen. 3. Transparenz schaffen Um deinen Kund*innen zu zeigen, dass der Klimabeitrag vertrauensvoll und wirksam verwendet wird, ist es wichtig Transparenz zu schaffen und offen zu kommunizieren, was mit den Beitrag genau passiert. Nimm deine Kund*innen über alle Kanäle mit und biete ihnen visuelle Einblicke in die Projektarbeit. Regelmäßige Updates, sogenannte “Impact Reports”, bieten sich zusätzlich an, um deine Kund*innen kompakt über Projektfortschritte zu informieren.

Der Klimaausgleich ist essentiell - für Mensch und Klima

Nun, fassen wir einmal zusammen: Wenn du die oben genannten Punkte aufrichtig beherzigst und deinen Onlineshop langfristig in eine klimafreundliche Richtung navigierst, dann brauchst du auch keine Angst davor haben, dass die Implementierung eines CO2-Ausgleiches als “Greenwashing” kritisiert wird.


Wir bei Yook glauben fest daran, dass wir alle zusammen die Zukunft des Onlinehandels klimafreundlich gestalten können. Dafür müssen wir die uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzen und einfach mal anfangen. Die CO2-Kompensation als Klimabeitrag ist ein dabei ein essentieller Schritt. Jeder Klimabeitrag bringt uns die nötige Zeit, um den Klima-Kollaps zu verlangsamen. Denn, die Wissenschaft ist sich einig: Nur mit Vermeiden und Reduzieren, werden wir es nicht schaffen.


Also, statt in Zweifeln zu erstarren, ist es jetzt für unsere und kommende Generationen überlebenswichtig einfach loszulegen und die Verantwortung für seine Treibhausgas-Emissionen zu übernehmen.

Wenn du zum Thema Klimaschutz für Onlineshops und zur CO2-Kompensation auf dem Laufenden bleiben möchtest, abonniere hier doch einfach unseren Newsletter.





Quellen:

Global Mangrove Alliance. (2021). http://www.mangrovealliance.org/mangrove-forests/


Götz, M., Wolters, S. ,Schaller S., Umweltbundesamt. (2018) Freiwillige CO2-Kompensationen durch Klimaschutzprojekte. https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/376/publikationen/ratgeber_freiwillige_co2_kompensation_final_internet.pdf IPCC. (2018). Global Warming of 1.5°C.An IPCC Special Report on the impacts of global warming of 1.5°C above pre-industrial levels and related global greenhouse gas emission pathways, in the context of strengthening the global response to the threat of climate change, sustainable development, and efforts to eradicate poverty. https://www.ipcc.ch/site/assets/uploads/sites/2/2019/06/SR15_Full_Report_Low_Res.pdf National Geographics. (2019). Züricher Studie: Bäumepflanzen ist der beste Klimaschutz. https://www.nationalgeographic.de/umwelt/2019/07/zuericher-studie-baeumepflanzen-ist-der-beste-klimaschutz

University of Oxford. (2020). The Oxford Principles for Net Zero Aligned Carbon Offsetting. https://www.smithschool.ox.ac.uk/publications/reports/Oxford-Offsetting-Principles-2020.pdf


Rau, L. (2020). Utopia. de. Klimaschutzprojekte: Was können sie fürs Klima tun?

https://utopia.de/ratgeber/klimaschutzprojekte-was-koennen-sie-fuers-klima-tun/



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